Sonntag, 15. Januar 2017

Seeadlersynchronzählung 2017

Am 15.01.2017 fand die jährliche Seeadlerzählung statt. Ein Großteil der Seeadler besucht unsere Gewässer als "Wintergäste", in den letzten Jahren fanden sich aber auch einige Seeadlerpaare in Österreich ein, um hier zu brüten. Derzeit zählt man 24 Brutpaare in Österreich, im letzten Jahr verließen 33 Jungvögel den Horst. Mit einer Flügelspannweite von 2,30m ist der österreichische Wappenvogel der größte Adler Europas und war nach seiner Ausrottung jahrzehntelang aus unseren Breiten verschwunden. In den letzten Jahren konnte man den Seeadler aber wieder vermehrt in Österreich beobachten. Die Augebiete entlang der March und Donau, aber auch das Gebiet um den Neusiedler See zählen zu den bevorzugten Brutgebieten.
Jedes jahr im Jänner beteiligen sich ca. 50 Vogelkundelr an der sogenannten Synchronzählung und besuchen Gebiete, in denen sich Seeadler bevorzugt aufhalten. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden Beobachtungsort, Beobachtungszeit, Flugrichtung und Altersklasse der Tiere notiert.
Das Comeback des Seeadlers ist vor allem dem Verbot von Umweltgiften wie DDT, aber auch dem Schutz der Brutplätze zu verdanken. Die Seeadler brauchen für die Brut absolute Ruhe, in den Monaten Februar bis April kann eine Störung am Horst zu einem Ausfall der Brut führen. Nach wie vor fallen aber Seeadler illegaler Verfolgung durch Abschuss und gezielten Gifteinsatz zum Opfer oder verenden qualvoll, wenn sie mit belihaltiger Jagdmunition erlegte Wildtiere fressen.

Bisher gab es drei Fälle in Österreich, in denen drei Jungvögel den Horst verließen.

Montag, 25. Mai 2015

Camping Au an der Donau

Gerade mal 11km war unsere heurige Pfingstreise. Wir hatten uns schon länger vorgenommen, einmal in einem Fass zu übernachten. Auf dem Campingplatz in Au an der Donau gibt es neben verschiedenen Campinghütten auch drei Fässer, die man sich mieten kann. Um 50,- Euro pro Nacht hat man hier eine wirklich urige Unterkunft in idyllischer Umgebung direkt am Wasser. Obwohl der Campingplatz in Au nicht weit ist, haben wir ihn bereits zum 2. Mal als Unterkunft ausgewählt. Es gibt in unmittelbarer Umgebung einen kleinen Hafen und auch einen Strand mit alten Weiden direkt an der Donau.

Auch ein Kinderspielplatz ist in der Nähe, hier sind allerdings einige Spielgeräte nicht mehr ganz so taufrisch. Am Montag war noch dazu grosses Kinderprogramm auf der Bühne mit Zaubershow, Schminken, Seilerei und diversen Hüpfburgen. 

 
Campingfass in Au an der Donau
Campinghütten direkt am Wasser
Kinderspielplatz
Schlauchomat
Kinderfest
Abendstimmung am Hafen
Abend an der Donau


Donnerstag, 27. März 2014

Flachwasserzonen an Amphibiengewässern

Wie vielleicht einige wissen, war ich in den letzten Jahren viel im Augebiet um St.Pantaleon/Erla unterwegs. Der Auwald liegt rechtsufrig der Donau, wenige Kilometer unterhalb der Ennsmündung. Es handelt sich hier um ein ca. 500ha grosses Augebiet, das von mehreren Wasserläufen durchzogen wird. Die grösseren Lacken (Biberlacke, Grünhaufenlacke, Weite Lacke) werden fischereiwirtschaftlich genutzt. Daneben gibt es aber genug kleinere Gewässer, die einen idealen Lebensraum für Amphibien darstellen.
Zu den häufigsten Amphibien zählen: Erdkröte, Springfrosch, Seefrosch und Gelbbauchunke. Erdkröte und Springfrosch kommen auch an den grossen, fischreichen Gewässern vor, der Seefrosch bildet an der Weiten Lacke eine sehr grosse Population. Die Gelbbauchunken kommen hauptsächlich in Fahrspuren und Kleinstgewässern (Wildschweinsuhlen, Rückewege) vor.
Daneben kommen einige Amphibien selten oder vereinzelt vor: Grasfrosch, Teichfrosch, Knoblauchkröte, Teichmolch und Feuersalamander (wandert gelegentlich vom nahegelegenen Hangwald in den Aubereich).
Vom Kammmolch und Laubfrosch gibt es ältere Nachweise, die ich aber in den letzten Jahren nicht bestätigen konnte. Im September 2013 konnten wir auch den Bergmolch an einem Gewässer nachweisen, wir vermuten aber, dass es sich um ausgesetzte oder durch Hochwasser verfrachtete Tiere handelt.
Auch einige Reptilienarten kommen im Augebiet vor: die Ringelnatter und die Zauneidechse sind fast flächendeckend übers Augebiet verbreitet, gelegentlich findet man auch Blindschleiche, Äskulappnatter und Schlingnatter. Einige ausgesetzte Schmuckschildkröten findet man ebenfalls im Augebiet.
aufgrund der Vielzahl der Gewässer bietet das Augebiet eine gute Lebensgrundlage für die meisten Amphibienarten. Da es sich um ein geschlossenes Gebiet handelt, das von keiner öffentlichen Strasse durchzogen wird. sind auch die Ausfälle während der Migration gering. Mein Augenmerk gilt es trotzdem, die seltenen Arten zu fördern und die Lebensgrundlage für potentiell vorkommende Amphibienarten zu schaffen. Der Europäische Laubfrosch kommt um Nahbereich des Augebiets vor, wurde von mir in den letzten Jahren nicht nachgewiesen. Das gleiche gilt für den Kammmolch. Hier bin ich nach wie vor nicht sicher, ob ich die Tiere einfach nur nicht gefunden habe, oder ob sie wirklich nicht vorkommen. Aufgrund des Hochwassers im Juni 2013 ergaben sich aber gute Möglichkeiten zur Förderung einzelner Amphibienarten.
Das Hochwasser im Juni hat das komplette Augebiet überschwemmt und setzte Teile der Au bis zu 4m unter Wasser. Die Au liegt im Staubereich des Donaukraftwerks Wallsee/mitterkirchen und ist im Normalfall durch den Kraftwerksdamm getrennt. Beim Hochwasser im Juni wurde das Augebiet aber von der rechtsseitig angelegten Überströmstrecke her überschwemmt und es erfolgten massive Sedimentablagerungen. Gleich nach dem Hochwasser begannen dort die Aufräumungsarbeiten. Zuerst wurden die Zufahrtswege freigebaggert. Mit dem Sediment wurden teilweise Wildrettungshügel aufgeschüttet, im Bereich der Überströmstrecke wurden Dämme errichtet, die bei zukünftigen Hochwässern einen Teil des Sediments abpuffern sollen. Einige der Gewässer wurden durch den Sedimenteintrag ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Im Winter 2013 erfolgten auch hier Baggerungen.

Generell hat das Hochwasser 2013 für die Amphibienfauna Vorteile gebracht: durch die vielen Kleingewässer und Pfützen waren ideale Fortpflanzungsbedingungen für die Gelbbauchunke entstanden. Das Hochwasser sorgte zudem für ein grosses Nahrungsangebot: Insektenlarven, Mücken,....waren in hoher Dichte vorhanden. Ein Nachteil für die Amphibienfauna war, dass sich nun in praktisch jedem Gewässer Fische befinden. Der milde Winter 2013 sorgte zudem dafür, dass seichte Gewässer nicht bis zum Boden durchfrieren konnten und damit der Fischbestand erhalten blieb. Es galt daher, fischfreie Flachwasserzonen, bzw. Kleingewässer zu schaffen, die für Amphibien ideale Laichmöglichkeiten bieten. Besonderes Augenmerk legte ich hier auf die bei uns eher selten vorkommenden Arten. Molche und Laubfrösche benötigen seichte, gut besonnte und vor allem fischfreie Gewässer. Ich setzte mich daher mit dem Förster bzw. dem Baggerfahrer in Verbindung und gab dem Baggerfahrer Tipps zur Ausgestaltung der Uferbereiche. An mehreren Gewässern konnten somit seichte Flachwasserzonen geschaffen werden, die ideale Laichplätze darstellen. Zudem wurde an einigen Gewässern der Ufergehölzbestand entfernt bzw. aufgelichtet. Daneben entstanden auch noch zwei neue Kleingewässer.

Ich dokumentiere ab jetzt regelmässig die Entwicklung an diesen Gewässern und werde Euch meine Beobachtungen mitteilen.
Baggerungen an der Weiten Lacke im Dezember 2013

Baggerungen an der Weiten Lacke im Dezember 2013
künstlich geschaffenen Flachwasserzone im Jänner 2014

Nebenarm der Weiten Lacke, Blickrichtung Westen

Flachwasserzone im Bereich der Weiten Lacke




Zwei neu geschaffenen Amphibiengewässer



Seeadler an der Donau

Aktuell kann man wieder die Seeadler an der Donau beobachten. Die Adler sind gerade dabei, ihre Horst neu aufzubauen und man kann sie entl...