Posts mit dem Label niederösterreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label niederösterreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 24. November 2021

Jetski-Strecke in Ardagger

Aus verlässlicher Quelle habe ich nun erfahren, dass bei Ardagger ebenfalls ein Antrag auf die Einrichtung einer Jetski-Trainingsstrecke gestellt wurde.

Diese Strecke befindet sich in unmittelbarer Nähe der Insel Hochau und der Entenlacke. Die Insel Hochau ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen und darf nicht betreten werden. In diesem Bereich soll dann angeblich gefahren werden.

https://www.naturland-noe.at/naturschutzgebiet-hochau

Die Donau bei der Insel Hochau in Ardagger. Auch hier wurde ein Antrag für eine Jetski-Strecke gestellt.

Mittwoch, 10. November 2021

Sonntag, 31. Oktober 2021

Keine Bojen am 31.10.2021

Mit heutigem Tag läuft die Frist ab, an der die Bojen für die Jetski befestigt werden. Es sind keine Bojen verankert, da die Verankerung untersagt wurde. Das freut alle in der Region, da es zumindest ein Teilerfolg ist. Aber wir sind trotzdem vorsichtig, da die Antragssteller in der Vergangenheit ihre Beharrlichkeit unter Beweis gestellt haben. Seit nunmehr 20 Jahren (!) stellen sie in unregelmässigen Abständen Anträge, die immer wieder abgelehnt werden oder im Sande verlaufen. Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft wieder Anträge gestellt werden, vielleicht in anderer Form oder an anderer Stelle. Die Antragssteller wollen partout nicht einsehen, dass sie als Randgruppe von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt werden und arbeiten fest daran, dass es auch so bleibt. Hier geht es um mehr, als nur um den Seeadler oder ein paar seltene Tierarten. Hier geht es vor allem um die Tatsache, dass eine Randgruppe hier etwas durchsetzen will, dass mehrheitlich von allen abgelehnt wird. 


 



Montag, 5. Juli 2021

Ein paar Infos zum Seeadler

Mittlerweile ist es ja kein Geheimnis mehr, dass es in den Donauauen den Seeadler gibt, daher habe ich mich entschlossen, ein paar Infos zu veröffentlichen. Ziemlich genau 9 Jahre ist es her, als ich das Seeadlerpaar das erste Mal in den Donauauen beobachtete. Im Sommer 2012 sah ich zwei Tiere im Augebiet, konnte die Tiere aufgrund der Entfernung aber noch nicht eindeutig zuordnen. Im April 2013 war es dann gewiss: ein Seeadlerpaar brütete im Augebiet. 

Es war damals eine ornithologische Sensation: in dieser Gegend war noch nie eine deratige Aktivität dokumentiert. Im Juni 2013 überflutete damals ein grosses Donauhochwasser das Augebiet und es war lange Zeit unmöglich in den Auwald vorzudringen. Aber es gab gute Nachrichten: im Sommer 2013 wurden die ersten beiden Jungvögel flügge. In den folgenden Jahren stellte sich ein guter Bruterfolg ein: meistens wurden zwei Jungvögel flügge, manchmal auch nur einer und einmal sogar drei. Dazwischen gab es einmal einen Brutausfall, weil es während der Brut zu einer Störung gekommen war. Insgesamt konnte ich 10 Jungvögel dokumentieren, die den Horst verließen. 

Der Seeadler braucht für die Aufzucht der Jungvögel absloute Ruhe. Die heikelste Phase dauert von Ende Februar bis Ende März. In dieser Zeit werden die Eier bebrütet bzw. sind die Jungvögel noch sehr klein. Hier kann jede Störung einen Brutausfall bewirken. Aber es kann auch später immer noch zu Problemen kommen, wenn die Eltern nicht genug Nahrung für die Jungvögel finden. 

Generell ist die Fluchtdistanz der Seeadler sehr hoch und beträgt zwischen 300m und 500m. Es gibt aber sehr grosse Unterschiede in der Wahrnehmung: Fahrzeuge und Frachtschiffe werden so gut wie nie als Bedrohung wahrgenommen. Sobald aber der Mensch in Erscheinung tritt (z.B. das Autofenster öffnet oder gar aussteigt), ergreift der Adler die Flucht. 

Ich habe in den letzten Jahren daher die Brutaktivität der Seeadler nicht an die grosse Glocke gehängt, da mir bewusst war, dass jede Störung hier Probleme verursachen kann. Ich habe es auch tunlichst vermieden, die Vögel am Horst zu fotografieren oder zu filmen. Wenn Aufnahmen zur Dokumentation gemacht wurden, dann geschah dies überwiegend mit automatisierten Kameras. Es gab in letzter Zeit Anfragen, ob man den Seeadler beobachten, fotografieren oder filmen kann. Auf derartige Anfragen gibt es nur einen Antwort: NEIN. Der Horstplatz wird nicht verraten und es wird auch darauf geachtet, dass sich hier niemand dem Horst nähert.

Dass die Rechnung aufgegangen ist, zeigt der Bruterfolg. Trotzdem habe ich grosse Bedenken, wenn hier eine Waterbike Strecke errichtet wird. Die Strecke ist zu Nahe am Horst und die Donau dient als Jagdgebiet für die Adler. Das Jagdrevier der Adler zieht sich sehr weit entlang der Donau, es gibt Beobachtungen in Saxen, Ardagger, Mitterkirchen, aber auch in Enns konnte ich den Seeadler beim Überflug über das Augebiet beobachten. 

Auch wenn der Seeadler zu einem zentralen Thema geworden ist, so ist er nur Teil des Ökosystems Auwald. Das mehr als 1000ha grosse unbewohnte Gebiet beherbergt eine Vielzahl geschützter Vögel, Säugetiere, Amphibien, Reptilien und Insekten. Die Anwesenheit des Seeadler ist nur ein Zeichen dafür, dass das Gebiet ökologisch wertvoll ist. 

Und der ökologische Wert hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert: Durch die Absiedlung entlang der Donau kam es zu einer weitgehenden Beruhigung des Gebiets. Zusätzlich wurde durch die Schaffung der Flutmulde und zahlreicher Kleingewässer das Gebiet massiv ökologisch aufgewertet. 

Die Schaffung eine Jetski-Strecke in diesem Bereich wirkt dem ganzen entgegen. Gerade bei der Einstiegsstelle wird es zu längerfristigen Störungen kommen, da dort die Fahrzeuge ins Wasser gelassen werden und während des Betriebs ständige Personen aufhältig sind. Das Jagdgebiet des Seeadlers und vieler anderer Vögel wird dadurch massiv gestört und es ist mit einer Abwanderung zu rechnen.



Informationsveranstaltung am 12.07.2021

https://st-pantaleon-erla.gv.at/veranstaltungen/event/informationsveranstaltung-nein-zur-jetski-strecke

Sonntag, 4. Juli 2021

Wo liegt die Waterbike-Trainingsstrecke genau?

Die geplante Waterbike-Trainingsstrecke liegt zwischen Strom-km 2104,300 2105,500, am rechten Donauufer im Gemeindegebiet von St.Pantaleon-Erla und soll eine Breite zwischen 50 und 90m aufweisen. Auf dem Luftbild ist sie hellblau eingezeichnet. 

Bei Strom-km 2104 befindet sich eine Slipanlage, auf der die Jetski ins Wasser gelassen werden sollen und wo auch die Trägerfahrzeuge abgestellt werden sollen. Vom oberen Ende der Jetski-Strecke beträgt die Distanz nach Au an der Donau ca. 1,5km.

Rechtsufrig anschliessend liegt ein ca. 820ha grosses Auwaldgebiet, in dem sich keine Siedlungen und öffentliche Strassen befinden. Das Augebiet auf der linken Donauseite hat eine Grösse von ca. 600ha (Auwald, Felder, Streuobstwiesen, Gewässer). 

Die Slipanlage bei Strom-km 2104 befindet sich in unmittelrbarer Nähe zu einigen Augewässern, die durch ihre ökologische Vielfalt bekannt sind. Eine Zufahrt zur Slipanlage kann nur über den Kraftwerksdamm erfolgen. 

Übersicht über die Jetski-Strecke



Sonntag, 27. Juni 2021

Wo darf man in Österreich Jetski fahren?

Auf öffentlichen Gewässern war es bisher in Österreich nicht erlaubt, mit dem Jetski zu fahren. An einigen privaten Gewässern wurden allerdings die Möglichkeiten geschaffen, um dort mit Jetski zu fahren. 

In Pachfurth gibt es den Speedworld Actionpark.

In der Nähe von Pöchlarn gibt es einen Baggersee auf dem Gelände der Firma Lasselsberger.

Auf der Donau hat das damalige Verkehrsministerium 2019 unter Bundesminister Norbert Hofer eingeschränkte Möglichkeiten an drei Bereichen festgelegt, in welchen künftig auf der Donau Waterbikes genutzt werden können:

Strom-km 2152,00 bis 2149,90 (linkes Ufer bei Feldkirchen)

Strom-km 2085,500 bis 2084,00 (zwischen Insel Hochau und dem rechten Ufer bei Ardagger)

Strom-km 2108,500 bis 2104,300 (rechtes Ufer bei St.Pantaleon-Erla)

Für den Bereich um St.Pantaleon-Erla wurde die Errichtung der Jetski Strecke beantragt und die Verankerung von drei Bojen bewilligt. Sollte der Betrieb an dieser Stelle ermöglicht werden, ist davon auszugehen, dass auch an den anderen Stellen Anträge eingebracht werden. 



Donnerstag, 24. Juni 2021

Lage der Jet-Ski-Strecke


Die geplante Waterbike-Trainingsstrecke liegt zwischen Strom-km 2104,300 2105,500, am rechten Donauufer im Gemeindegebiet von St.Pantaleon-Erla und soll eine Breite zwischen 50 und 90m aufweisen. Auf dem Luftbild ist sie hellblau eingezeichnet. 

Bei Strom-km 2104 befindet sich eine Slipanlage, auf der die Jetski ins Wasser gelassen werden sollen und wo auch die Trägerfahrzeuge abgestellt werden sollen. Vom oberen Ende der Jetski-Strecke beträgt die Distanz nach Au an der Donau ca. 1,5km.

Rechtsufrig anschliessend liegt ein ca. 820ha grosses Auwaldgebiet, in dem sich keine Siedlungen und öffentliche Strassen befinden. Das Augebiet auf der linken Donauseite hat eine Grösse von ca. 600ha (Auwald, Felder, Streuobstwiesen, Gewässer). 

Die Slipanlage bei Strom-km 2104 befindet sich in unmittelrbarer Nähe zu einigen Augewässern, die durch ihre ökologische Vielfalt bekannt sind. Eine Zufahrt zur Slipanlage kann nur über den Kraftwerksdamm erfolgen. 

Übersicht über die Jetski-Strecke


Eine Zufahrt zur Anlage ist nur über den Donaudamm möglich (durch das Augebiet ist keine Zufahrt möglich), im Falle eines Unfalles brauchen Einsatzkräfte 30-45 Minuten, um zur Slipanlage zu gelangen. Der Handyempfang an dieser Stelle ist nicht besonders gut. 
 
Slipanlage bei Strom-km 2104

 
Schrankenanlage bei Strom-km 2104

Lage der Jet-Ski-Strecke

 


Die ca. 1.200 m lange und 50-90 m breite (im Mittel 70 m) Anlage befindet sich am rechten Ufer der Donau zwischen Strom-km 2104,300 – 2105,500 innerhalb der Überströmstrecke, wobei bei Strom-km 2104,000 eine öffentliche Slipanlage vorhanden ist. 
Rechtsufrig befindet sich ein ca. 820ha grosses unbesiedeltes Augebiet, linksufrig ist das unbesiedelte Augebiet ca. 200 ha gross (je nachdem, was man noch zum Augebiet dazuzählt). 

Eine Zufahrt zur Anlage ist nur über den Donaudamm möglich (durch das Augebiet ist keine Zufahrt möglich), im Falle eines Unfalles brauchen Einsatzkräfte 30-45 Minuten, um zur Slipanlage zu gelangen. Der Handyempfang an dieser Stelle ist nicht besonders gut. 
 
Slipanlage bei Strom-km 2104

 
Schrankenanlage bei Strom-km 2104

Donnerstag, 27. März 2014

Flachwasserzonen an Amphibiengewässern

Wie vielleicht einige wissen, war ich in den letzten Jahren viel im Augebiet um St.Pantaleon/Erla unterwegs. Der Auwald liegt rechtsufrig der Donau, wenige Kilometer unterhalb der Ennsmündung. Es handelt sich hier um ein ca. 500ha grosses Augebiet, das von mehreren Wasserläufen durchzogen wird. Die grösseren Lacken (Biberlacke, Grünhaufenlacke, Weite Lacke) werden fischereiwirtschaftlich genutzt. Daneben gibt es aber genug kleinere Gewässer, die einen idealen Lebensraum für Amphibien darstellen.
Zu den häufigsten Amphibien zählen: Erdkröte, Springfrosch, Seefrosch und Gelbbauchunke. Erdkröte und Springfrosch kommen auch an den grossen, fischreichen Gewässern vor, der Seefrosch bildet an der Weiten Lacke eine sehr grosse Population. Die Gelbbauchunken kommen hauptsächlich in Fahrspuren und Kleinstgewässern (Wildschweinsuhlen, Rückewege) vor.
Daneben kommen einige Amphibien selten oder vereinzelt vor: Grasfrosch, Teichfrosch, Knoblauchkröte, Teichmolch und Feuersalamander (wandert gelegentlich vom nahegelegenen Hangwald in den Aubereich).
Vom Kammmolch und Laubfrosch gibt es ältere Nachweise, die ich aber in den letzten Jahren nicht bestätigen konnte. Im September 2013 konnten wir auch den Bergmolch an einem Gewässer nachweisen, wir vermuten aber, dass es sich um ausgesetzte oder durch Hochwasser verfrachtete Tiere handelt.
Auch einige Reptilienarten kommen im Augebiet vor: die Ringelnatter und die Zauneidechse sind fast flächendeckend übers Augebiet verbreitet, gelegentlich findet man auch Blindschleiche, Äskulappnatter und Schlingnatter. Einige ausgesetzte Schmuckschildkröten findet man ebenfalls im Augebiet.
aufgrund der Vielzahl der Gewässer bietet das Augebiet eine gute Lebensgrundlage für die meisten Amphibienarten. Da es sich um ein geschlossenes Gebiet handelt, das von keiner öffentlichen Strasse durchzogen wird. sind auch die Ausfälle während der Migration gering. Mein Augenmerk gilt es trotzdem, die seltenen Arten zu fördern und die Lebensgrundlage für potentiell vorkommende Amphibienarten zu schaffen. Der Europäische Laubfrosch kommt um Nahbereich des Augebiets vor, wurde von mir in den letzten Jahren nicht nachgewiesen. Das gleiche gilt für den Kammmolch. Hier bin ich nach wie vor nicht sicher, ob ich die Tiere einfach nur nicht gefunden habe, oder ob sie wirklich nicht vorkommen. Aufgrund des Hochwassers im Juni 2013 ergaben sich aber gute Möglichkeiten zur Förderung einzelner Amphibienarten.
Das Hochwasser im Juni hat das komplette Augebiet überschwemmt und setzte Teile der Au bis zu 4m unter Wasser. Die Au liegt im Staubereich des Donaukraftwerks Wallsee/mitterkirchen und ist im Normalfall durch den Kraftwerksdamm getrennt. Beim Hochwasser im Juni wurde das Augebiet aber von der rechtsseitig angelegten Überströmstrecke her überschwemmt und es erfolgten massive Sedimentablagerungen. Gleich nach dem Hochwasser begannen dort die Aufräumungsarbeiten. Zuerst wurden die Zufahrtswege freigebaggert. Mit dem Sediment wurden teilweise Wildrettungshügel aufgeschüttet, im Bereich der Überströmstrecke wurden Dämme errichtet, die bei zukünftigen Hochwässern einen Teil des Sediments abpuffern sollen. Einige der Gewässer wurden durch den Sedimenteintrag ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Im Winter 2013 erfolgten auch hier Baggerungen.

Generell hat das Hochwasser 2013 für die Amphibienfauna Vorteile gebracht: durch die vielen Kleingewässer und Pfützen waren ideale Fortpflanzungsbedingungen für die Gelbbauchunke entstanden. Das Hochwasser sorgte zudem für ein grosses Nahrungsangebot: Insektenlarven, Mücken,....waren in hoher Dichte vorhanden. Ein Nachteil für die Amphibienfauna war, dass sich nun in praktisch jedem Gewässer Fische befinden. Der milde Winter 2013 sorgte zudem dafür, dass seichte Gewässer nicht bis zum Boden durchfrieren konnten und damit der Fischbestand erhalten blieb. Es galt daher, fischfreie Flachwasserzonen, bzw. Kleingewässer zu schaffen, die für Amphibien ideale Laichmöglichkeiten bieten. Besonderes Augenmerk legte ich hier auf die bei uns eher selten vorkommenden Arten. Molche und Laubfrösche benötigen seichte, gut besonnte und vor allem fischfreie Gewässer. Ich setzte mich daher mit dem Förster bzw. dem Baggerfahrer in Verbindung und gab dem Baggerfahrer Tipps zur Ausgestaltung der Uferbereiche. An mehreren Gewässern konnten somit seichte Flachwasserzonen geschaffen werden, die ideale Laichplätze darstellen. Zudem wurde an einigen Gewässern der Ufergehölzbestand entfernt bzw. aufgelichtet. Daneben entstanden auch noch zwei neue Kleingewässer.

Ich dokumentiere ab jetzt regelmässig die Entwicklung an diesen Gewässern und werde Euch meine Beobachtungen mitteilen.
Baggerungen an der Weiten Lacke im Dezember 2013

Baggerungen an der Weiten Lacke im Dezember 2013
künstlich geschaffenen Flachwasserzone im Jänner 2014

Nebenarm der Weiten Lacke, Blickrichtung Westen

Flachwasserzone im Bereich der Weiten Lacke




Zwei neu geschaffenen Amphibiengewässer



Seeadler an der Donau

Aktuell kann man wieder die Seeadler an der Donau beobachten. Die Adler sind gerade dabei, ihre Horst neu aufzubauen und man kann sie entl...